Besetzung: Akkordeon

Aufführungsdauer: ca. 13‘

Verlag: Schott Music

UA: 7.3.2009, Heinrichsruh (Susanne Stock)

Weitere Aufführungen:

24.2.2009, Ahrenshoop (I. Satz)

Werkeinführung:

Der Titel hidden tracks ist vieldeutig gewählt. Zunächst einmal ist das Stück nahezu durchgehend „mehrspurig“ gedacht, mit Schichten (im Sinne von „Tonspuren“, also tracks), die sich teils gegenseitig überdecken, teils plötzlich aus dem Hintergrund hervortreten. Das Stück setzt sich mit mit „verborgenen“ Linien, Klängen an der Grenze des Hörbaren, mit Nebengeräuschen und Einschwingvorgängen des Akkordeonklangs auseinander, die – gleichsam unter dem kompositorischen Mikroskop betrachtet – einen besonderen Reiz entwickeln: das ist die „vertikale“ Komponente.

Der Titel hat aber auch eine „horizontale“ Bedeutung: ein „hidden track“ ist ein Stück auf einer Schallplatte, das keine eigene Nummer hat und auch nicht auf dem Cover steht: Meist folgt ein „hidden track“ nach einer längeren Pause nach dem (vermeintlich) letzten Titel auf der Schallplatte; oft enthält er Geräusche oder andere Überraschungsmomente. „Hidden tracks“ sind vom Nimbus des Mysteriösen und Subversiven umgeben. Dieser Effekt wird hier gleichsam in Serie auskomponiert: immer wieder scheint das Stück zu Ende, um nach einer Pause überraschend doch noch weiterzugehen. Umgeben von Pausen, entsteht aus diesen Klängen ein dem „hidden track“ ähnlicher Spannungseffekt: die Hörerwartung wird stets aufs Neue geweckt, die Aufmerksamkeit für die Wahrnehmung auch kleinster akustischer Ereignisse gesteigert, das Stück bekommt eine nahezu szenische Qualität.

hidden tracks entstand zum Teil im August 2008 im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, die Arbeit war begleitet von vielen Strandspaziergängen. Immer wieder fiel dabei der Blick auf Spuren im Sand, die mit der Zeit von anderen Spuren überdeckt, von Wind und Wellen verwischt wurden…